Willkommen im Digitalen Binnenmarkt

 

 

Building Trust

Willkommen im Digitalen Binnenmarkt: Warum Vertrauen in ganz Europa geschaffen werden muss

von Aljosa Pasic, Business Development Director bei Atos Research & Innovation

 
Während die Pläne der Europäischen Kommission zur Entwicklung eines digitalen Binnenmarktes Fahrt aufnehmen, wachsen die Bedenken über die Auswirkungen des Projekts in Hinblick auf Datenschutz und Internetsicherheit.

Die potenziellen Vorteile des Digitalen Binnenmarktes sind riesig. Gegenwärtig kaufen nur 15% der Kunden in der EU online Handelswaren aus einem anderen Land, und lediglich 7% der kleinen und mittelständischen Unternehmen verkaufen Waren über die Landesgrenze hinaus. Angesichts der wachsenden Bedeutung der Internetwirtschaft ist es sinnvoll, den grenzüberschreitenden Handel in einem EU-weiten Umfeld zu ermöglichen, das die gleichen Garantien und Bedingungen, einschließlich Internetsicherheit und Datenschutz, gewährleistet. Die Initiative verfolgt ein hehres Ziel, nämlich die „Abschaffung aufsichtsrechtlicher Hindernisse mit dem Ziel, 28 nationale Märkte in einen einzigen Binnenmarkt zu verwandeln”.
 

Das Vorhaben ruht auf drei Säulen:
 

  • Gewährleistung des nahtlosen Zugangs zu digitalen Waren und Dienstleistungen in der gesamten Region
     
  • Einrichtung besserer Rahmenbedingungen für einen solchen Zugang
     
  • Förderung des wirtschaftlichen Wachstums in der EU, das sich auf das Potenzial der Digitalisierung und den Austausch und Gebrauch von Daten gründet

Es liegt auf der Hand, dass Sicherheit und Datenschutz in der datengesteuerten Wirtschaft von größter Bedeutung sind. Diesbezügliche Bedenken gibt es in allen Mitgliedsstaaten, aber die Regelungen in den Ländern und Anspruch und Wirklichkeit liegen oftmals weit auseinander. Umso wichtiger ist es, gemeinsame EU-Regelungen und Vorschriften zum Datenschutz und zur Internetsicherheit zu vereinbaren.
 
Da sich der Digitale Binnenmarkt noch in der Entwicklungsphase befindet, sind Gespräche über Schutzvorgaben für unterschiedliche Kategorien von grenzüberschreitenden digitalen Dienstleistungen zwangsläufig noch sehr abstrakt. Trotzdem setzt sich zunehmend die Auffassung durch, dass die Marktteilnehmer zum Datenschutz verpflichtet sind, wobei sich die Mitgliedsstaaten auf ein Mindestmaß an Sicherheit oder Datenschutzkontrolle und rechtsverbindliche Meldepflichten von Verstößen einigen sollen. Obwohl Marktteilnehmer, die in mehreren Ländern präsent sind, diese Kontrollen bereits akzeptiert und umgesetzt haben, besteht das Problem, dass sich die Länder-Auflagen häufig unterscheiden und mitunter sogar wirdersprechen, was zu ernsthaften Problemen bei der Interoperabilität führen kann.
 
Die Harmonisierung von Service-Level-Vereinbarungen (SLAs), auch im Hinblick auf Sicherheit und das Verständnis von Datenschutz, könnte die Sichtweise von Internetsicherheit im Digitalen Binnenmarkt nachhaltig beeinflussen. Darüber hinaus ist die Ausarbeitung einer Art von automatisierten SLAs notwendig, um die ununterbrochene Überwachung von Regelkonformität im Digitalen Binnenmarkt zu ermöglichen. Der Einsatz einer maschinenlesbaren Sprache für den Datenaustausch im Rahmen von SLAs könnte Verbrauchern zum Beispiel die Gewissenheit verschaffen, dass Datennutzung und Datenschutzvorschriften streng eingehalten werden, wie das im europäischen Coco-Cloud-Projekt bewiesen wurde. Das heißt auch, dass im Falle eines Anbieters, der der Vernichtung von Daten eines Dritten zugestimmt hat (sobald der Dienstleistungsvertrag abgelaufen ist), die Datennutzungsvereinbarung im Zusammenhang mit den betreffenden Daten vollstreckt wird und die vereinbarte Maßnahme somit automatisch erfolgt.

Zusammenfassung:
Die Maßnahmen für einen Digitalen Binnenmarkt sollen dazu beitragen, das Cyber-Security-Risiko im EU-Raum zu verringern. Die Vereinbarung von Mindestvorgaben beim Datenschutz und der Internetsicherheit erhöht auch das Vertrauen zwischen Mitgliedsstaaten.
 
In meinem nächsten Beitrag werde ich Ihnen die fünf wichtigsten Maßnahmen vorstellen, die Organisationen zur Vorbereitung auf den digitalen Binnenmarkt (DSM) ergreifen müssen.

Aljosa Pasic

Aljosa Pasic ist Business Development Director bei Atos Research & Innovation (ARI) in Madrid. Er studierte Informationstechnologie an der Elektrotechnischen Fakultät der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden.

Sein aktueller Schwerpunkt ist sicheres Software Engineering (Secure Software Engineering), elektronische Identität und Privatsphäre, GRC (Governance, Risk und compliance) sowie Cybersecurity. Er ist im Vorstand von EOS (European Organisation for Security) und arbeitet mit Organisationen wie ENISA, IFIP, IARIA, FI-PPP zusammen.

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