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Wie Daten aus dem Weltraum über den Ursprung der Erde Aufschluss geben könnten

Interview mit Laurent Peret

 

Die Weltraummission Rosetta nähert sich ihrer letzten und wichtigsten Phase, der Landung auf der Oberfläche des Kometen Churyumov-Gerasimenko.

 
Das Team arbeitet rund um die Uhr, um die erste Mission, bei der ein Komet umkreist und auf ihm gelandet wird,  nach zehnjähriger Reise zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

 

Wir haben uns mit Laurent Peret unterhalten, um mehr über die bisherigen Herausforderungen und Entdeckungen der Mission zu erfahren. Laurent Peret war in den letzten zwei Jahren am Projekt beteiligt,

 

Peret arbeitet in einem Team, das aus Mitarbeitern von Atos und dem Centre National d’Etudes Spatiales (CNES) besteht. Das Team hat die bisher beispiellose Aufgabe, eine Raumsonde auf eine Reise von über 6,5 Milliarden Kilometer (und fünf Sonnenumkreisungen) zu schicken und die Landung in einem Gebiet zu begleiten, das etwa so groß ist wie das Zentrum Londons. Da der Komet momentan über 450 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, handelt es sich hierbei um eine der weitesten Weltraumforschungsreisen – der Mars ist mit einer Entfernung von 225 Kilometern gleich um die Ecke.

 

Frage: Was für eine Rolle spielen Sie bei der Weltraummission Rosetta?

LP: Ich arbeite als einer der Atos Betriebsingenieure im Rosetta Team. Wir überwachen die Ausrüstung und sind für eine angemessene Planung und möglichst effiziente Ausführung aller Aktivitäten und Bodenexperimente verantwortlich. Ein Teil meiner Rolle ist dabei die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung für das spinnenähnliche Landegerät Philae, damit es die Mission zu Ende führen und alle benötigten Daten an die Weltraumforscher zurücksenden kann.

 

Frage: Was hofft man mit der Mission zu entdecken?

LP: Die Ergebnisse der Mission könnten der Schlüssel zum Verständnis dafür sein, wie das Leben auf der Erde begann – vielleicht können wir die Theorie belegen, dass der Aufschlag eines Kometen die lebensnotwendigen Wasserreserven auf unserem Planeten geschaffen haben könnte. Es ist eine große Ehre, bei einem solchen Projekt mitzuarbeiten. Aber es ist auch eine große Verantwortung! Zu wissen, dass die Mission versucht einige grundlegende Fragen über unsere Existenz zu beantworten, erhöht den Druck, die schwierige Landung Philaes sicherzustellen.

 

Frage: Welche Messungen werden Sie vornehmen?

LP: Wenn das Landegerät seine Position erreicht hat, kann die Experimentenreihe beginnen. Innerhalb eines 50-stündigen Zeitraums werden verschiedene Messungen vorgenommen, von Thermografie, panoramischen Bildern der Oberfläche, bis zu Aufnahmen des Magnetfelds des Kometen. Philae wird viel zu tun haben, um die Proben vom Kometen zu analysieren und die Daten zur Erde zurückzuschicken. Wir hoffen, auch organische Stoffe zu finden, was eine bedeutende Entdeckung wäre.

 

Frage: Was ist eine der größten Herausforderungen, mit der Sie sich dabei auseinandersetzen müssen?

LP: Eine der größten Herausforderungen wird es sein, sicherzustellen, dass Philae ausreichend Energie hat, damit die geplanten wissenschaftlichen Experimente auch korrekt ausgeführt werden können. Das Landegerät wird von zwei Energiequellen versorgt: einem primären Akku und Solarmodulen. Die Ausrichtung nach der Sonne ist dabei ein ausschlaggebender Faktor. Je länger das Landegerät den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, desto mehr Energie kann es speichern. Und das bedeutet, dass mehr Experimente vorgenommen werden können. Wenn die Sonde allerdings zu viel Energie aufnimmt wird die Forschungssequenz des Landegeräts abgeschnitten. Es ist sicher nicht einfach. Unsere Planung muss absolut präzise sein. Wir haben über die Jahre viel dazu gelernt, so dass wir jetzt die Software, die für die Planung der verschiedenen Aktivitäten des Landegeräts verantwortlich ist, gut beherrschen.

 

Frage: Was sind einige der bisherigen Erfolge der Mission?

LP: Die Sonde aus dem Tiefschlaf zu holen war ein großer Moment für uns, und nach einem fast drei-jährigen Ruhezustand war es auch völlig einzigartig! Das Signal benötigte 22 Minuten um uns zu erreichen und das ganze Team schaute es sich gemeinsam an. Als das Signal dann endlich ankam, sind wir alle vor Freude in die Luft gesprungen. Wir haben eine Party mit dem CNES und den anderen Wissenschaftlern gefeiert.

 

Vor kurzem war der Anblick des ersten Bilds vom Kometen eine atemberaubende Erfahrung – jeden Tag erhalten wir von der Sonde Daten. An jenem Tag wussten wir, dass wir innerhalb der Reichweite für das erste Foto waren. Der Anblick hat uns alle bewegt. Der Komet sah so anders aus, wie eine große Gummiente.

 

Frage: Was ist der nächste Schritt in der Mission?

LP: Wir werden in den nächsten Wochen viel zu tun haben und bis zum Countdown der Landung noch einige lange Tage (und Nächte) haben. Es wird dabei angespannte Augenblicke geben, aber ich werde mich daran erinnern, dass diese Arbeit unheimlich wichtig ist. Ich würde meinen  Job für nichts in der Welt tauschen.

 

Laurent Peret ist Business Technologist und Atos Berater für interplanetarische Planung. Er arbeitet gegenwärtig als Raumschiffsbetriebsingenieur für Curiosity, den neuesten Mars-Rover der NASA. Peret hat an einer Reihe anderer Weltraumprogramme teilgenommen, einschließlich eines Programms zur Vermeidung von Weltraummüll in den Versorgungsstationen der internationalen Weltraumstation.

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Atos Deutschland
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