Haben Sie sich der Stresskultur verschrieben? Wie man Stress und Hektik am Arbeitsplatz meistert

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Haben Sie sich der Stresskultur verschrieben? Wie man Stress und Hektik am Arbeitsplatz meistert

Andrew Kinder, Chefpsychologe, Atos

 

Vom Vorstandsvorsitzenden bis zur Hausfrau, von jungen Berufstätigen bis zu Studenten erhält man auf die Frage „Wie geht’s?“ zumeist die Antwort: „Ich hab‘ so viel zu tun“.

 

Im täglichen Durchschnitt scheinen den Menschen weniger Stunden als früher für die Arbeit, den Umgang mit Freunden und die Hausarbeit zur Verfügung zu stehen. Das ist auf das Zusammenspiel vieler Faktoren zurückzuführen, unter anderem auch auf die Auswirkungen moderner Technik. Sie hat unsere Erwartungen hochgeschraubt, wie viel man innerhalb kürzester Zeit erreichen kann. Und sie hat unser Verlangen gesteigert, mit unseren Nachbarn und Zeitgenossen mitzuhalten und ständig auf dem neuesten Stand der aktuellen Trends zu sein. Sie verwischt auch zunehmend die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben.

Der ständige, selbst auferlegte Druck wirkt sich auf unser Wohlbefinden am Arbeitsplatz aus. In den letzten Jahren haben Stress und psychische Störungen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen als langfristige Gesundheitsprobleme und Ursachen für Krankschreibungen abgelöst. Wie können wir also dieser Stresskultur entkommen?
 

  • Achten Sie auf bei Kolleginnen und Kollegen auf auffällige Veränderungen ihres Gemütszustandes: Obwohl der Gemütszustand wahrscheinlich nur über längere Zeit hinweg beeinträchtigt wird, scheint die Fähigkeit von Personen, ihre Arbeit zu bewältigen, häufig innerhalb von Augenblicken in Hilflosigkeit umzuschlagen. Planen Sie zur Sicherheit individuelle Besprechungen ein, wenn eine Kollegin oder ein Kollege sich plötzlich verschlossen zeigt, oder laden Sie sie bzw. ihn zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Familien, die gemeinsam essen, entwickeln eine stärkere Bindung. Eine gemeinsame Pause mit Kollegen hat die gleiche Wirkung.
     
  • Machen Sie bei Mannschaftssport mit: Körperliche Betätigung setzt Endorphine frei und verbessert Ihren Gemütszustand spürbar. In der Stresskultur ist es allerdings sehr einfach, körperliche Betätigung auf die lange Bank zu schieben. Schließen Sie sich am besten einem Team an. Das wird Ihnen nicht nur helfen, mehr Umgang mit Freunden und Kollegen zu pflegen, sondern es wird Sie auch ermutigen, bei der Stange zu bleiben. Wenn Sie ein Teil des Teams sind, werden Sie nicht alle durch Arbeit zu später Stunde enttäuschen wollen.
     
  • Bewahren Sie ein Notizbuch neben Ihrem Bett auf: Wenn man nachts über die Arbeit grübelt, wird schlafraubendes Adrenalin ausgeschüttet. Ein Notizbuch in Reichweite des Bettes hilft Ihnen, die Gedanken festzuhalten, die Sie nicht schlafen lassen. So kann Ihr Geist zur Ruhe kommen und Sie können weiterschlafen.
     
  • Vermeiden Sie eine Überladung mit E-Mails: wir senden alle zu viele interne E-Mails. Das belastet nicht nur unsere Posteingänge, sondern auch unseren Geist. Deshalb haben wir unser Programm „Zero E-Mail“ eingeführt, um alle E-Mails zwischen Mitarbeitern von Atos auf null zu reduzieren. Wir haben es geschafft, die Anzahl der gesendeten E-Mails durch die Anwendung von besseren kollaborativen Werkzeugen wie zum Beispiel unser internes soziales Netzwerk „blueKiwi“ wesentlich zu verringern.
     
  • Trennen Sie Freizeit und Arbeitszeit: Ich habe neulich mit einem Kunden gearbeitet, der auf seine Schlaflosigkeit angewiesen war, um seine Arbeit zu bewältigen -  und deshalb bereits um drei Uhr morgens damit begann. Setzen Sie klare Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit und halten Sie sich an sie.
     
  • Erkennen Sie den Wert von Gesprächstherapien, einschließlich Coaching: Diese Therapien sind höchst wichtig und helfen Millionen von Beschäftigten tagtäglich. Sich ein Problem einzugestehen, ist häufig die größte und gleichzeitig wichtigste Hürde. Schon dieser erste Schritt kann zur Stresslinderung beitragen oder sogar ausreichen, um Veränderungen anzugehen.
     

Andrew Kinder

Als Chefpychologe von Atos spielt Andrew Kinder eine führende Rolle im Wellbeing@Work-Programm von Atos, das die Gesundheit und das Wohlbefinden der Atos-Mitarbeiter verbessern soll. Andrew Kinder arbeitet seit 15 Jahren in der Arbeitsplatz-Beratung.

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