Smart Signage

 

 

Smart Signage

Ist Smart Signage eine Chance für den Einzelhandel?

Von Santi Ristol Jorba, Direktor von Mobile Competence Center, Worldline (ein Unternehmen von Atos)

Beim Einkauf haben Einzelhändler und Verbraucher unterschiedliche Prioritäten. Verbraucher wünschen sich vor allem ein digitales, mobiles Erlebnis; 79% der Besitzer eines Smartphones benutzen ihr Gerät auch zum Einkaufen.

Einzelhändler wollen jedoch Lösungen, die eine schnelle Investitionsrendite begünstigen, und zu diesem Zweck müssen sie Kunden gewinnen und begeistern. Das ist besonders wichtig für Händler mit Ladengeschäften, die mit Internet-Anbietern im Wettbewerb stehen. Was macht den Einkauf vor Ort anders und so spannend, dass er dem Kunden lieber ist als der bequeme Einkauf vom Sofa aus? In der Vergangenheit waren Gutscheine und Werbeaktionen die gängigen Mittel, um den Verkauf zu fördern und die Kunden anzulocken. In Zukunft werden es wahrscheinlich digitale Gutscheine sein, die eine wichtige Rolle beim Umgang mit vernetzten Kunden im Ladengeschäft spielen werden.

Vom digitalen Display zu Smart Signage

Mein Team und ich arbeiten seit Kurzem an der Verbesserung des digitalen Einkaufserlebnisses im Einzelhandel. Bei unserer PromoWall-Lösung liegt unser Hauptaugenmerk auf Mobilität und dynamischen digitalen Displays. Wir haben festgestellt, dass die einfache Abbildung von Informationen auf einem großen Bildschirm nicht ausreicht, um Kunden in eine echte Transaktion einzubinden. Man muss die Steuerung dem Kunden übertragen und von einer schlichten digitalen Anzeige zu einer intelligenten und interaktiven Lösung mit Smart Signage übergehen, damit die vernetzten Kunden mit ihren mobilen Geräten ebenfalls interagieren können.

Die folgenden drei Elemente bilden das Herzstück von Smart Signage:

 

1. Ein interaktiver Bildschirm zur Anzeige von Informationen und Angeboten, in den Daten aus digitalen Quellen eingespeist werden

 

2. Ein „Campaign Manager“, der Läden bei der Ausgabe und Gestaltung von Gutscheinen oder Anzeigeelementen unterstützt und diese in Echtzeit veröffentlicht

 

3. Ein mobiles Gerät für die Erfassung und Einlösung von Gutscheinen, entweder durch eine eigene mobile App oder ein QR-Code-Lesegerät

 

Es dreht sich hierbei um eine berührungs- und gestengesteuerten Interaktion, die Verbraucher in die Lage versetzt, attraktive passende Angebote auf dem Bildschirm durchzusehen und die Läden in der Nachbarschaft virtuell zu durchstöbern. Diese intelligente Interaktion ermöglicht es Kunden, ihre Gutscheine mit ihrem mobilen Gerät einzuscannen, abzuholen und einzulösen.

 

PromoWall in Aktion

In diesem Jahr haben wir zwei Pilotprojekte mit unserer PromoWall in Barcelona durchgeführt. Die erste kam am Flughafen von Barcelona zum Einsatz und weckte reges Interesse. Ein Flughafen ist der ideale Ort für Smart Signage, da er eine große Auswahl an Läden und potenziellen Angeboten sowie hohe Kundenfrequenz aufweist. Dieser Lösungsansatz würde auch gut auf Haupteinkaufsstraßen oder in Einkaufszentren funktionieren, da er Einzelhändlern einen zusätzlichen Verkaufskanal schafft und ihnen hilft, den Kundenverkehr auf den Verkaufsort zu lenken und das Kundenerlebnis und die Kundeneinbindung zu verbessern.

Auch die Hotelbranche bereitet sich auf die digitale Revolution vor. Unser zweites PromoWall-Pilotprojekt haben wir im BCN Design Hotel von Eurostar in Barcelona. Hier wird ein interaktives Display im Foyer dazu genutzt, die Hotel-Gäste auf aktuelle Angebote, Attraktionen und Werbeaktionen des Hotels, der Stadt oder von anderen Partnern aufmerksam zu machen.

Zukünftige Trends zur Personalisierung von Inhalten

Noch interessanter wird Smart Signage durch weitere technologische Entwicklungen, beispielsweise um mit einer Zielgruppenidentifikation personalisierte Angebote anzuzeigen. So könnte man eine Frau zwischen 20 und 30 identifizieren und ihr Angebote über Luxus-Kosmetikprodukte, zwei Cocktails zum halben Preis oder einen 20%-Rabatt in einem lokalen Restaurant unterbreiten. Man testet jetzt bereits Gesichtserkennungstechnologie, und eine Werbeagentur in London testet gegenwärtig Werbung, die sich je nach Gemütslage der sie betrachtenden Person verändert.
 
Personalisierte Erlebnisse kann man auch mit Bluetooth-Sendern oder „Beacons“ verbessern. Sie können individuelle Mobilgeräte, die mit einer verknüpften App registriert sind, erkennen und maßgeschneiderte Angebote je nach Aufenthaltsort anzeigen. Mit tragbarer Technologie, sogenannten Wearables, und anderen vernetzten Geräten besteht riesiges Potenzial für Unternehmen, mehr über ihre Kunden zu erfahren, wobei zu  beachten ist, dass Kunden dieser Datennutzung aktiv durch ein Opt-in zustimmen müssen.
 
Und schließlich könnte man Smart Signage auch dazu nutzen, um Werbeaktionen live in Echtzeit durchzuführen, so dass sich Verbraucher über einen Live-Stream mit einer Person über das entsprechende Produkt oder Angebot direkt unterhalten können.
Einzelhändler, die sich für die Anwendung dieser intelligenten Technologien entscheiden, werden daraus in unserem vernetzten Zeitalter große Vorteile ziehen und neue Kunden gewinnen und an sich binden.

Santi Ristol

Santi Ristol ist General Manager von Tempos 21 (eine Tochterfirma von Atos, die sich auf  mobile Lösungen spezialisiert hat). Er ist Mitglied der Atos Scientific Community und Präsident von INES (die spanische Technologieplattform für Software und Services – www.ines.org.es). Seit 2010 leitet Santi Ristol Tempos 21 und ist verantwortlich für das globale Atos-Angebot zu Smart Mobility. Santi Ristol ist Telekom-Ingenieur und hat einen Master in eCommerce von der La Salle – Universitat Ramon Llull in Barcelona.

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