Ein Ratgeber für mehrseitige Märkten im digitalen Zeitalter

 

 

 

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Ein Ratgeber für mehrseitige Märkte im digitalen Zeitalter

von Rob Price, COO bei Worldline, GB und Irland

 

Von der Erfindung der Druckerpresse durch Johannes Gutenberg bis zum Siegeszug der Dampfmaschine – die Entwicklung neuer Technologien und Trends hat immer Geschäftschancen in der ganzen Welt eröffnet.

 

Heute ist die IT-Branche, die von der Einführung der Cloud-Technologie und dem explosiven Wachstum der Datenströme profitiert, die jüngste Branche, die neue Geschäftsmodelle schafft. Insbesondere beobachten wir jetzt ein Anwachsen von mehrseitigen Märkten.

 

Ein neuer Modus Operandi

Im Gegensatz zum traditionellen, einseitigen Ansatz, bei dem sich eine Organisation an eine Kundengruppe wendet, umfasst ein mehrseitiger Markt zahlreiche Interessengruppen innerhalb eines übergreifenden Ökosystems, in dem jede Gruppe ihre eigenen unterschiedlichen Ziele verfolgt. Entscheidend ist, dass in diesem Modell eine gegenseitige Abhängigkeit besteht und alle Beteiligten eine wesentliche Rolle spielen. eBay ist ein gutes Beispiel: Das Unternehmen nutzt seine Handelsplattform, um eine Kundengruppe (die Käufer) mit einer anderen Gruppe (den Verkäufern) zu verbinden. eBay muss den Bedürfnissen der Händler und der Konsumenten gerecht werden und alle Parteien zufriedenstellen.

 

eBay ist kein Einzelfall: Online-Partnervermittlung, Crowdfunding im Internet und Bonuskarten sind nur einige der unzähligen Plattformen, die auf mehrseitigen Modellen beruhen. Ermöglicht werden diese  innovativen Geschäftsmodelle durch Daten.

 

Tatsächlich ist das Modell an sich nicht unbedingt ein neuer Trend. Bemerkenswert ist aber das sich jetzt abzeichnende Ausmaß. Dank der Verbreitung des Internets in der ganzen Welt und mithilfe von Datenanalysen, können Unternehmen Geschäftsideen ausprobieren. Dabei entstehen asymmetrische Modelle, in denen eine Seite des Markts möglicherweise weniger (oder gar nichts) bezahlt, während die Kosten auf andere Beteiligte abgewälzt werden. Ein Beispiel ist das Geschäftssmodell von Facebook: Jeder kann umsonst Mitglied werden, so entsteht  eine solide Nutzerbasis, an die sich Entwickler und die Werbebranche mit ihrem Verkaufsangebot richten. Außerdem kann Facebook die Benutzerdaten verwerten, analysieren und, um zusätzliche Umsatzquellen zu erschließen, mit weiteren Daten in Beziehung setzen, etwa indem Facebook wichtige statistische Daten über gewisse Marktsegmente an interessierte Dritte verkauft.

 

Der Aufbau eines Unternehmens der Zukunft

Hier beobachten wir einmal mehr die Auswirkung des Denkens in zwei Geschwindigkeiten, wo Unternehmen traditionelle IT als Sprungbrett für kreative digitale Strategien nutzen. Die konventionelle IT liefert, was man von ihr erwartet, zum Beispiel garantierte Betriebszeiten, ein nahtloses Benutzererlebnis und sicheren Zugang. Der digitale Ansatz ermöglicht einen Einstieg für alle außerhalb der IT-Abteilung, um die Kundenbasis mit einem aufregenden Angebot neuer und relevanter Dienstleistungen zu beeindrucken. Die Herausforderung liegt darin, einen Ausgleich zwischen Datenschutz, Benutzererlebnis und Nutzen für das Unternehmen zu finden.

 

Die Möglichkeiten sind grenzenlos: Instrumentenanzeigen in Autos, die Versicherungsschutz pro Fahrt  statt pro Jahr anbieten, intelligente Kühlschränke, die Lebensmittel per Abonnement bestellen, oder Mobilfunkbetreiber, die es ihren Kunden dank einer Partnerschaft mit Bankdienstleistern ermöglichen, Rechnungen direkt zu bezahlen.

Das Prinzip des mehrseitigen Marktes erkennt man gut in unserer Kooperation mit Renault . Dort haben wir ein Zahlungssystem im Auto entwickelt, mit dem der Fahrer während der Fahrt einkaufen kann. Gleichzeitig liefert das System dem Versicherer Informationen über den Fahrer zur Errechnung eines personalisierten Versicherungsbeitrags, was ein völlig neues geschäftliches Ökosystem eröffnet.

 

Faszinierend ist hierbei, dass es sich nicht um potenzielle Ideen für eine weit entfernte Zukunft handelt, sondern dass diese Ideen bereits jetzt mit dem Anbruch des vernetzten Lebens (connected living) und des Internets der Dinge (Internet of Everything) in die Tat umgesetzt werden.

 

Lesen Sie in meinem nächsten Beitrag, wie Organisationen „digitales Denken“ in der Belegschaft fördern können...

Rob Price

Rob Price ist Leiter des Bereiches Digital bei Atos für GB und Irland. Er ist verantwortlich für die Integration von digitalen und Cloud-Technologien in der gesamten Dienstleistungsbreite von Atos. Als Atos Business Technologist konzentriert sich Rob auf die effizientere und effektivere Ausschöpfung von Technologie und Dienstleistungen, um positive Betriebsergebnisse voranzutreiben, Arbeitsabläufe zu transformieren und unsere Kunden besser mit ihren Kunden zu verbinden. In seiner Freizeit widmet sich Rob mit Begeisterung der Makrofotografie von Blumen – einige seiner Werke finden Sie hier.

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