Das Jahrhundert der Daten

 

 

 

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Das Jahrhundert der Daten

von Hubert Tardieu, CEO Berater, Atos

 

Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Daten. Daten sind die neue Ressource, die die Wirtschaft so beflügelt, wie es das Finanzwesen in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts getan hat.

 

Das Sammeln und die Anwendung von Daten revolutioniert unser Leben, sei es zu Hause, auf der Reise, beim Einkaufen oder selbst bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Daten helfen uns beim Sparen von Heizkosten, sie passen Online-Angebote unseren Bedürfnissen an, und sie sichern die Fahrtüchtigkeit unserer Autos durch die Überwachung von Einzelteilen zum Schutz vor Verschleiß.

 

Aber mit dem Datenwachstum steigt auch die Gefahr, dass Unternehmen von Daten überrollt werden. Darüber hinaus stellen sich viele Menschen die Frage, ob sie angesichts zunehmender Datenschutzbedenken wirklich so viele persönliche Daten teilen wollen.

Wie viele Daten erzeugen wir?

Allgegenwärtige Konnektivität, soziale Medien und damit verbundene Technologien erlauben es uns, eine große Menge von digitalen Informationen wie schriftliche Nachrichten, Tweets, SMS und E-Mails, aber auch Bilder und Videos zu erzeugen. Heutzutage gibt es Milliarden von vernetzten Objekten, 4,5 Milliarden Smartphones und Tablets, sowie 2,5 Milliarden Nutzer von sozialen Netzwerken. Sie alle haben in unserer Gesellschaft einen bisher beispiellosen Einfluss auf Technik und Wirtschaft.

Heute erzeugt beispielsweise eine durchschnittliche Familie genügend Daten, um jährlich die Speicher von 65 iPhones damit zu füllen, und diese Zahl wird sich bis 2019 verfünffachen. Um sich ein Bild vom Ausmaß dieses Datenwachstums zu machen, muss man sich vor Augen halten, dass 90% aller Daten in unserer heutigen Welt in den letzten zwei Jahren geschaffen worden sind. Laut Zuckerbergs Gesetz erzeugen wir jedes Jahr so viele Daten wie seit der Erfindung der Schrift.

Sicherheitsbedenken und Wertpotenzial von Daten

Das „Internet of Everything“ ist ein allgegenwärtiges Kommunikationsnetzwerk, das alles vernetzt: Menschen, Abläufe und Orte, damit Organisationen die Daten von Milliarden von Objekten erfassen und wirksam bewältigen können. Die Auswirkungen dieser Vernetzung auf unsere Lebensqualität wird man daran ermessen, welchen zusätzlichen Nutzen vernetzte Dienstleistungen - unter Berücksichtigung der individuellen Privatsphäre – tatsächlich erbringen.

 

Man muss zum Beispiel Sicherheitsaspekte berücksichtigen, wenn am Körper tragbare Technologie, sog. Wearables, ihr Potenzial ausreizen soll. Um sich vollkommen in unser Privat- und Arbeitsleben zu integrieren muss sich die Technologie in Bezug auf die Steuerung durch Gesten, das Erleben von erweiterter Realität („augmented reality“) sowie das Anwenden von Kontextinformationen zur Unterstützung von Dienstleistungen für Nutzer verbessern. Verbraucher glauben häufig, dass ihr Datenschutz durch die Wahrnehmung neuer digitaler Dienste und Abläufe in unangemessener Weise kompromittiert wird. Und angesichts eines dramatischen Anstiegs von Cyber-Angriffen, Identitätsdiebstählen sowie Kreditkartenbetrugs haben Verbraucher durchaus Anlass zur Sorge.

 

Unternehmen müssen deshalb ihre geschäftskritischen Informationsressourcen mit Blick auf Datenschutz und Sicherheitsmuster überdenken. Darüber hinaus müssen Dienstleister Datentypen, erwartete Datennutzung und einschlägige Vorschriften berücksichtigen, um persönliche Daten vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen.

 

Wenn diese grundlegenden Aspekte geklärt sind, können Organisationen Daten analysieren,  um die Entscheidungsfindung zu unterstützen und Kundenverhalten vorherzusagen. Vor allem aber kann vorausschauende Analytik Mitarbeitern Handlungsempfehlungen geben und industrielle Vorgänge automatisieren. Im Jahrhundert der Daten werden die Betriebe, die prädiktive Analytik begrüßen,  wirklich wettbewerbsfähig bleiben. IBM und Twitter haben zum Beispiel vor kurzem ein Abkommen unterzeichnet, um die analytische Software von IBM mit den riesigen Datenströmen der Twitter-Nutzer zusammenzuführen, und sich so ein besseres Bild über den Gebrauch der Plattform zu machen.

 

Dank eines gut vernetzten Netzwerks von Milliarden von Geräten und Anwendern werden Daten in der Zukunft als das neue „schwarze Gold“ bezeichnet, das man im Rahmen einer neuen Datenwirtschaft fördert und handelt. Spannende neue Geschäftsmöglichkeiten werden sich eröffnen, wenn sich Märkte entsprechend konstituieren und Daten in finanzielle Werte ummünzen. Allerdings hängt die Rentabilität davon ab, ob Geschäftspartner bereit sind, die von neuen Dienstleistern unter Zustimmung von Anwendern bereitgestellten Daten zu nutzen und die notwendigen Investitionen zu tätigen, um angemessene betriebliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

Hubert Tardieu

Ich habe 27 Jahre lange bei Sema, damals noch Schlumberger Sema, heute Atos, in verschiedenen Positionen, einschließlich Global Telcom, Global Finance, Global Systems Integration und Global Consulting gearbeitet. Heute berate ich den CEO von Atos und helfe ihm dabei, eine visionäre Sicht der Zukunft unserer Welt in fünf Jahren zu entwickeln. Bei dieser Aufgabe unterstützt mich seit Juni 2009 die mehr als hundertköpfige Scientific Community, eine Gemeinschaft der besten Ingenieure von Atos. Die Scientific Community hat  ihre Vision der Zukunft ausgearbeitet.  Das Whitepaper „Journey 2016 – Enterprises without boundaries“ ist auf der Website von Atos verfügbar.

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