Eine Digitale Vision für Regierungen

Digital Government

Eine digitale Vision für Regierungen

von Willem Beelen, Market Sales Director für den öffentlichen Sektor und das Gesundheitswesen bei Atos, Niederlande
 
Die digitale Transformation hat höchste Priorität für alle Unternehmen im privaten Sektor. Jetzt werden auch Regierungen mit den Herausforderungen wachsender digitaler Anforderungen ihrer Bürger konfrontiert.

Regierungen in ganz Europa erklären sich entschlossen und präsentieren sich von ihrer besten digitalen Seite. Dänemark hat z.B. eine „eGovernment-Strategie“ ins Leben gerufen, um den Gebrauch von IKT bei der Serviceerbringung im öffentlichen Dienst und bei Wohlfahrtseinrichtungen zu beschleunigen. Großbritannien weist unter gov.uk ebenfalls den Weg zu den digitalen öffentlichen Dienstleistungen. In meiner Rolle bei Atos sitze ich gewissermaßen in der ersten Reihe und beobachte die Entwicklungen in diesem Bereich in den Niederlanden.

Digital bis zum Jahr 2017

Die niederländische Regierung hat ehrgeizige Pläne zur Stärkung ihrer digitalen öffentlichen Dienstleistungen bis zum Jahr 2017. Das Ziel ist eine transparente Regierung, die Chancen auf verbesserte Serviceerbringung und Informationsaustausch eröffnet; eine Regierung, die die Bürger und Unternehmen in den Mittelpunkt des Informationsflusses stellt und die Fähigkeit besitzt, als eine geschlossene und zentrale Einheit integrierte digitale öffentliche Dienstleistungen bereitzustellen.Schwerpunkt ist dabei eine einheitliche, sichere und kostengünstige allgemeine digitale Infrastruktur; eine digitale Infrastruktur, um die 11 niederländischen Ministerien, 12 Provinzen, 23 Wasserverbände, 393 Bezirke und zahlreichen Behörden zusammenzuführen und so Bürgern und Unternehmen Kontinuität zu garantieren.

Allerdings müssen einige Aspekte erst einmal geklärt werden, damit eine kontinuierliche Entwicklung der GDI möglich ist: welche Dienstleistungen und Organisationen sollte man einbinden, wer trifft die Entscheidungen und wie finanziert man sie? Darüber hinaus muss man die Akzeptanz der Plattform durch Unternehmen und den privaten Sektor aktiv unterstützen und gleichzeitig die Zustimmung und das Vertrauen der Bürger gewinnen.

Andere Herausforderungen betreffen die Sicherheit, da die Systeme von staatlichen Instanzen vermehrt Sicherheitsbedrohungen aus dem Internet ausgesetzt sind. Einer der größten von der Regierung bereitgestellten und genutzten Services ist gegenwärtig „DigiD“, eine digitale Plattform zur Authentifizierung und Identifizierung für Online-Zugang, die von Atos gemanagt wird. Über 12 Millionen Personen und 500 öffentliche und private Organisationen, z.B. Krankenversicherungen, Rentenfonds und Banken, sind mit DigiD vernetzt. Ein Sicherheitsbruch in diesem System würde beträchtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Schlüsselbereiche für die zukünftige Entwicklung sind deshalb Betriebssicherheit und die Vermeidung von Schwachstellen oder einem „Single Point of Failure“, die fortschreitende Integration zwischen öffentlichem und privatem Sektor und die Förderung der Akzeptanz von digitalen öffentlichen Dienstleistungen bei der allgemeinen Öffentlichkeit und in der privaten Wirtschaft.

Die Umsetzung einer allgemeinen digitalen Infrastruktur (GDI)

Eine echte GDI bedeutet, dass Regierungen die Effizienz ihres öffentlichen Service-Angebots deutlich steigern sowie Zeit und Ausgaben für Papierunterlagen und -korrespondenz sparen können. Für Bürger liegen die Vorteile in der schnellen und unkomplizierten Anwendung und Ausweitung von bereits existierenden, digitalen öffentlichen Dienstleistungen.

Aus diesem Grund hat unser Chief Digital Officer Bas Eenhoorn mit seiner Abteilung letztes Jahr ein Projekt begonnen, um eine einheitliche digitale Infrastruktur für die niederländische Regierung voranzutreiben, wobei der Draht direkt zu Premierminister Mark Rutte lief. Eenhoorns Mission ist es, den Gebrauch von digitalen Dienstleistungen seitens der Bürger und Unternehmen für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit staatlichen Instanzen schnell, einfach, sicher und zuverlässig zu gestalten.

Gegenwärtig gibt es eine Reihe von Initiativen zur Verbesserung und Förderung von digitalen öffentlichen Dienstleistungen, z.B. „Digital by 2017“ („Digital bis zum Jahr 2017“), den digitalen (Städte-)Kalender, die neun bahnbrechenden öffentlich-privaten IKT-Projekte (z.B. die „Total Digital-Initiative“), und staatliche Dienstleistungen bis zum Jahr 2020. Für jede dieser Initiativen ist eine gut funktionierende und robuste GDI für den Erfolg kritisch.

Digitales Belgien

In Belgien setzt man derzeit ähnliche Initiativen um. Im April dieses Jahres startete die belgische Bundesregierung das Projekt „Digitales Belgien“ mit dem Ziel, das Land durch die Festlegung von Prioritäten in den Bereichen Infrastruktur, Wirtschaft, Ausbildung, Sicherheit und öffentliche Dienste unter die ersten drei im europäischen digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsindex (DESI) zu katapultieren.

Diese Initiative wird vom stellvertretenden Premierminister und digitalem Fürsprecher, Alexander De Croo, vorangetrieben. Er beabsichtigt, mobile Internetnutzung an Wochenenden kostenfrei zur Verfügung zu stellen, damit neue Anwender ermuntert werden, es einmal auszuprobieren. Bis zum Jahr 2020 sollen nach dem Willen De Croos der digitale Betrieb die Norm und alle öffentlichen Dienste durch ein einziges digitales Portal zugänglich sein.

Es ist klar ersichtlich, dass der digitale Staat nicht mehr nur ein öffentliches, sondern ein gesellschaftliches Anliegen ist. In ganz Europa laufen derzeit viele spannende Projekte, und ich freue mich schon auf die nächsten Entwicklungen in diesem Bereich.

Willem Beelen

Willem Beelen arbeitet bereits seit über 30 Jahren im Bereich IKT und verfügt über ein exzellentes Netzwerk in der öffentlichen Verwaltung. Er ist verantwortlich für die Geschäftsentwicklung im öffentlichen Bereich, dem Gesundheitswesen und der Wohlfahrt und Herausgeber der Zeitschrift GOV.

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